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HYMER AG möchte weiteren Personalabbau am Standort Bad Waldsee vermeiden

Voraussetzungen für bereits in 2009 verhandelten Personalabbau um weitere 50 Mitarbeiter am Standort Bad Waldsee liegen vor Vorstand möchte Entlassungen vermeiden und sucht Gespräche mit IG Metall, um befristeten Verzicht auf tarifliche Sonderzahlungen zu erreichen

Bad Waldsee, 02.03.2010

Bekanntlich wurde bereits im vergangenen Jahr zwischen der HYMER AG und deren Betriebsrat sowie der IG Metall ein Interessenausgleich und Sozialplan über den mehrstufigen Abbau von insgesamt 189 Arbeitsplätzen abgeschlossen. In der ersten Umsetzungsstufe in 2009 wurden hiervon 85 Stellen abgebaut, die allermeisten ohne betriebsbedingte Kündigungen. Außerdem begegnete die HYMER AG dem starken Rückgang im europäischen Markt für Freizeitfahrzeuge durch umfangreiche Kurzarbeitsmaßnahmen.

Seit dem 01. März 2010 steht nun die Entscheidung über die Umsetzung der zweiten Stufe des Sozialplans, das heißt über den Abbau von bis zu 50 weiteren Arbeitsplätzen an. Als Voraussetzung hierfür war seinerzeit ein zum Ende Februar unter dem Vorjahr liegender Auftragsbestand für Reisemobile am Standort Bad Waldsee vereinbart worden. Diese Voraussetzung ist nun gegeben, nachdem der Auftragsbestand aktuell um ca. 10 Prozent unter dem Vorjahreswert liegt. In anderen Werken des HYMER-Konzerns liegen die Auftragsbestände hingegen zum Teil sogar über den Vorjahrswerten.

Der Vorstand der HYMER AG möchte dennoch nach Möglichkeit auf weitere Personalkürzungen in Bad Waldsee verzichten. Dies hatte Finanz- und Personalvorstand Mallet bereits am 23. Februar auf der Hauptversammlung des an der Frankfurter Wertpapierbörse notierten Unternehmens deutlich gemacht: „Wenn es sich irgendwie vermeiden lässt, wollen wir keine weiteren Entlassungen vornehmen. Jeder zusätzliche Personalabbau kostet den Stammsitz Bad Waldsee Substanz an Wissen, Erfahrung und Motivation.“ Sein Kollege Hermann Pfaff, unter anderem verantwortlich für den Vertrieb, ist grundsätzlich optimistisch: „Wir sind von einer mittelfristigen Erholung des Geschäfts überzeugt und wollen dann auch die Mitarbeiter an Bord haben, um unsere Reisemobile und Caravans in gewohnter Hymer-Qualität zu bauen.“

Allerdings leidet die stark exportorientierte Marke HYMER und damit der Standort in Bad Waldsee derzeit stärker als die übrigen Marken des führenden Anbieters von Reisemobilen unter dem anhaltenden Marktrückgang in Europa. Hierdurch liegt auch die Personalkostenquote am Standort Bad Waldsee deutlich über dem Konzerndurchschnitt. Dazu Frank Mallet: „Aus rein betriebswirtschaftlicher Sicht müssten wir bei unverändertem Geschäftsgang die zweite Stufe des Sozialplans ziehen und spätestens nach der Frühjahrssaison umsetzen, um die Personalkosten an den Umsatzrückgang anzupassen. Um dies zu vermeiden, haben wir die IG Metall um Verhandlungen gebeten mit dem Ziel, durch einen befristeten Verzicht der Mitarbeiter auf tarifliche Sonderzahlungen weitere Entlassungen zu vermeiden.“ Konkret geht es um einen zweijährigen Verzicht auf Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Die genaue Ausgestaltung sowie die Berücksichtigung etwaiger sozialer Härtefälle sollen mit dem Tarifpartner in offenen und konstruktiven Gesprächen verhandelt werden. Auch wird geprüft werden, wie eine entsprechende Beteiligung von Vorstand und Leitenden Führungskräften am Standort aussehen kann. Dazu Hermann Pfaff: „Die Führungskräfte in Bad Waldsee haben bei ihrer Vergütung bereits im vergangenen Jahr freiwillig nennenswerte Verzichte geleistet. Wir gehen davon aus, dass dies im Falle einer Vereinbarung für die tariflichen Mitarbeiter erneut gelingt. Oberstes Ziel muss sein, den Standort auch in dieser schwierigen Zeit wettbewerbsfähig zu halten, ohne nochmals massiv Mitarbeiter abzubauen.“



  • Dokument downloaden (/PM_HYMER_AG_moechte_weiteren_Personalabbau_am_Standort_Bad_Waldsee_vermeiden.pdf)

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