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Atlantic Road – Die schönste Straße der Welt

Für die Norweger ist sie die schönste Straße der Welt – weshalb sie ihre Atlantikstraße auch zum „norwegischen Bauwerk des Jahrhunderts“ gewählt haben. Konsequent! Westlich von Kristiansund gelegen, schlängelt sie sich mit fast akrobatischer Anmut über Meer und Schären und bildet so eine einzigartige optische Allianz mit der sturmerprobten Küste. Diese sensationelle Straße mussten wir erfahren – mit Bike und Wohnmobil.

Andreas Sawitzki von pedaliéro
Autor

Norwegen
Reiseziel

HYMER B-Klasse MasterLine 780
Modell

Ein einziges Bild der Atlantic Road – im Norwegischen „Atlanterhavsveien“ genannt – hatte uns genügt, um diesen Reisewunsch in uns auszulösen. Es war das Foto einer einsamen Straße mitten durchs Meer, umgeben von tosenden Wellen, die standhaft den Naturgewalten trotzt. Welch beeindruckende Symbolik! Nur wenig später beladen wir auch schon das Reisemobil und machen uns auf den Weg in den Norden. Mit dabei sind E-Trekking- sowie Mountainbikes, denn wir wollen diesen Küstenabschnitt on- und off-road mit dem Bike erleben.

Relaxed gleitet die Stena Line durch den Schärengarten von Göteborg. Schreiende Möwen begleiten die Fähre. Unsere knapp acht Meter lange und drei Meter hohe HYMER B-Klasse MasterLine rollt easy auf ihren angewiesenen Platz im Schiffsrumpf. Nach einem entspannten Abend mit vorzüglichem Büfett und geruhsamer Nacht stehen wir an Deck und genießen den Morgen. Beginnt man eine Tour mit der Fähre, gibt es Urlaubsfeeling von Anfang an. Als würde ein Schalter umgelegt, setzt spontan Entspannung ein, sobald man eincheckt. Wir schnappen unsere Taschen und beziehen die Kabinen. Es kann losgehen.

 

Wir haben uns für die Anreise über Göteborg entschieden, da wir noch einen Blick auf die schwedische Westküste werfen wollen. Auf der klassischen Route über Oslo hingegen spart man zwar etwa drei Stunden Fahrzeit, verpasst aber Schweden und seine extrem sehenswerte Landschaft.

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Fa(e)hrvergnügen

Die Einfahrt in den Hafen von Göteborg ist spektakulär: Nur hauchdünn passt die Stena Line unter der Brücke Älvsborgbron hindurch. Besonders gut lässt sich die Meisterleistung der Crew vom obersten Deck aus betrachten. Nach dem Anlegen geht alles sehr schnell. Im Nu sind wir „on the road“ mit Ziel Kristiansund. Für die rund 850 Kilometer bis an die Atlantikküste haben wir elf Stunden Fahrzeit eingeplant, die wir aber aufgrund lohnenswerter Zwischenstopps etwas überschreiten.

 
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Die Reise im HYMER als komfortabel zu beschreiben, wäre ziemlich untertrieben. Wir fühlen uns wie kleine Könige, die ihr Schloss spazieren fahren. Entgegenkommende Wohnmobile grüßen wir stolz mit majestätischer Winkehand.

Das Platzangebot im Grundriss 780 der B-Klasse MasterLine ist gigantisch: Wir sind zu viert unterwegs mit zwei Fotografen, zwei Fotofahrern und kommen uns nie wirklich in die Quere. Es gibt vier Sitzplätze, ebenso viele großzügige Schlafplätze, einen großen Kühlschrank, einen dreiflammigen Herd, viel Stauraum und sogar einen 32-Zoll-Flachbild-TV.

 
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Die Naturverbundenheit der Norweger ist beeindruckend, hier findet fast alles im Freien statt. Ein echtes Paradies für Outdoorfans!
Mark Liedtke

Mark Liedtke

pedaliéro Mountainbikemagazin

Es ist gerade die Entschleunigung, die wir genießen. Wir cruisen locker und leicht dahin – mit den in Norwegen maximal erlaubten 80 km/h. Trotz beachtlicher Fahrzeugdimensionen ist das Handling überraschend angenehm. Das Reisemobil mit der neuesten Generation des Mercedes-Benz-Sprinter-Triebkopfs lässt sich extrem gut fahren und verbraucht, wie wir später errechnet haben, ca. 14 Liter. In Anbetracht unseres enormen Gepäcks sind wir uns einig, dass dieser Verbrauch absolut in Ordnung geht.

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Zum Glück sind die Straßen nicht besonders voll, und so geht es unbeschwert vorwärts, vorbei an Oslo, dem schönen Lillehammer und durch den Dovre-Nationalpark. Hier sind wir auf etwa 1.000 Höhenmetern. An den Seiten liegt etwas Schnee, der uns eine Idee davon vermittelt, wie es hier im Winter aussehen mag. In Oppdal geht es dann links ab und nach weiteren drei Stunden Fahrzeit erreichen wir schließlich Kristiansund. Jetzt müssen wir nur noch durch den kostenpflichtigen Atlanterhavstunnel und sind schließlich am Ziel unserer Reise – der Atlantikstraße.

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Unbeschreiblich. Schön.

Wie kleine Kinder hängen wir an den Fensterscheiben und diskutieren darüber, ob der Ausblick links oder rechts spektakulärer ist. Mit acht Brücken spannt sich die Straße über den Atlantik, auf einer Gesamtlänge von etwa acht Kilometern. Ängstliche Autofahrer dürften bei der teilweise steilen und eng wirkenden Brücke nicht unbedingt in Jubelstürme ausbrechen, doch die Fahrt hinüber ist ein unbeschreibliches Erlebnis. Der Atlantik zeigt sich heute zwar von seiner ruhigen Seite, trotzdem ist der sich stets ändernde Ausblick phänomenal. Als schwebte man über das Meer, rollen wir durch eine der beeindruckendsten Landschaften der Welt. Der Himmel malt mit kunterbunten Wolkenbildern den perfekten Hintergrund.

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Als wir am Parkplatz die Räder ausladen, begegnen wir Morten. Er wohnt in Vevang, am westlichen Ende der Atlantikstraße, und will zum Uferangeln. Schnell kommen wir mit ihm ins Gespräch, denn die meisten Norweger sprechen sehr gut Englisch und sind zudem unkompliziert und aufgeschlossen. „Für mich ist die Atlantikstraße die schönste Straße der Welt“, sagt er mit überzeugendem Kopfnicken. „Natürlich kenne ich nicht alle Straßen, aber sagt mal ehrlich, was soll da noch kommen?“ Wir stimmen ihm zu – denn in natura ist die Atlantikstraße noch überwältigender als es ein Bild zu zeigen vermag.

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Der Küstenabschnitt „Hustadvika“, an dem die Atlantikstraße liegt, gilt bei Seefahrern als besonders gefährlich. Kleine Inseln und Riffe erfordern Ortskenntnis und viel Erfahrung. Hohe Wellen und starke Strömungen erhöhen oftmals das Gefahrenpotential. Erst im März 2019 geriet hier das Kreuzfahrtschiff „Viking Sky“ in Seenot. Glücklicherweise konnten alle Passagiere gerettet werden. So sind wir ganz froh, heute auf Fahrrädern unterwegs zu sein. Die kräftigen Motoren unserer Elektro-Bikes können wir bei den steilen Brücken und dem kräftigen Westwind gut gebrauchen. 

Obwohl dieser Abschnitt der norwegischen Reichsstraße 64 als Touristenattraktion gilt, begegnen wir kaum anderen Menschen. So fahren wir entspannt unsere vielleicht schönste Trekkingrunde aller Zeiten. Von zahlreichen Aussichtspunkten lassen wir uns immer wieder zu Stopps verführen, um stets neue Perspektiven zu genießen. 

Zurück am Parkplatz laden wir unsere Räder in die extrem große Heckgarage des Wohnmobils, in der auch schon unsere Mountainbikes warten. Selbst mit vier Fahrrädern beladen, bleibt noch erstaunlich viel Platz übrig.

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Der nächste Tag bringt uns wieder angenehmes Wetter. So werfen wir uns in unseren MTB-Dress, denn die Gegend ist für ihre exzellenten Mountainbike-Bedingungen bekannt. Die nicht weit entfernte Molde oder Romsdalen bieten fantastische Trails für anspruchsvolle Ausflüge ins Gelände. Wir orientieren uns heute erneut in Richtung Atlantic Road. Kleine Wanderwege und Singletrails gibt es hier zuhauf. Immer wieder geht es zudem über blanke, aber griffige Felsen. Die omnipräsente Nähe zum Meer ist faszinierend und verleiht der Tour ihren ganz besonderen Charme.

Ein Ort für jedermann

In der offenen Natur gilt in Norwegen das „Jedermannsrecht“. Es umfasst die meisten Ufer- und Küstenbereiche, Moorland, Wälder und Berge. Voraussetzung ist umsichtiges und rücksichtsvolles Verhalten. Die Landschaft sollte demnach so hinterlassen werden, wie sie vorgefunden wurde.

Für uns kein Problem, denn nichts läge uns ferner, als dieser einmaligen Natur Schaden zuzuführen. Es ist eine Tour für Genießer! Unterwegs treffen wir heute keinen einzigen Menschen. Over-Tourismus ist selbst in dieser berühmten Ecke der Erde noch kein Thema. Naturfreunde finden garantiert ihr stilles Plätzchen.

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Auch in unserem Wohnmobil ist das stille Örtchen zu erwähnen, denn das Badezimmer ist pfiffig konstruiert: Öffnet man die Tür zum Toilettenraum (der auch separat zu benutzen ist), schafft man einen neuen, großen Raum, der auch die Dusche inkludiert. So gibt es selbst bei der Morgentoilette keinen Grund, sich über mangelndes Platzangebot zu beschweren.

On the road again

Am Tag darauf rollt unser HYMER wieder. Vollgeladen mit Bildern dieser atemberaubenden Straße – festgebrannt in unseren Köpfen und Herzen, abgespeichert auf SD-Karte. Ohne viele Worte zu wechseln ist uns wieder einmal bewusst geworden, wie schwer es oft fällt, sich bei dieser schnell drehenden Wirklichkeit auf eine Sache zu konzentrieren. Doch im Minimalismus eines einzigen Blickes, eines Lächelns, eines einzigen Wortes oder einer schönen Aussicht steckt meistens mehr Substanz, als im Überfluss. Nicht immer und überall gelingt das. Hier schon, an der Atlantic Road in Norwegen. Der schönsten Straße der Welt. 

 
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