Schweden ÔÇô auch im Herbst eine gute Idee

Wird es Herbst, wird in Schweden wieder Schwedisch gesprochen. Touristen sind nur noch vereinzelt anzutreffen, die Urlauber in den Wintersportorten im Norden kommen erst mit dem Schnee. Eine perfekte Zeit, um das Land von einer sehr speziellen, stillen Seite kennenzulernen.

Bike Magazin Pedalieros

Autor

Reiseziel
S├╝d-Schweden

Modell

HYMER B Klasse ModernComfort T 580

Last days of November

Fu╠łr eine solche herbstliche Entdeckungsreise bietet sich der Su╠łden von Schweden geradezu an, er ist schnell zu erreichen und extrem abwechslungsreich. Genug Gru╠łnde also, die Bikes einzupacken und mit einem HYMER B-MC T 580 Richtung Norden zu starten!

Es geho╠łren sage und schreibe rund 221.800 Inseln zu Schweden.
Wikipedia
Quelle

Der Winter naht mit gro├čen Schritten, aber wir haben die Fahrradsaison noch nicht fu╠łr beendet erkla╠łrt. Also raus aus der Komfortzone, rein ins Wohnmobil in Richtung Schweden ÔÇô Su╠łdeuropa kann im Herbst doch jeder! Mit an Bord kommen Mountainbikes und Rennra╠łder, denn wir wollen Su╠łdschweden in all seinen Facetten erleben.

Da trifft es sich ausgezeichnet, dass unser HYMER B-MC T 580 u╠łber eine einladend gro├če Heckgarage verfu╠łgt. Locker bringen wir unsere vier Bikes darin unter. Damit sie etwas besser nebeneinander stehen, lo╠łsen wir lediglich die Schrauben am Vorbau und stellen die Lenker quer. Ohne Probleme wu╠łrden so sechs Fahrra╠łder in die Garage passen, baut man die Laufra╠łder aus, noch einige mehr. Das Platzangebot ist beeindruckend, die Qual der Wahl, welches Rad mit auf Reisen soll, stellt sich fu╠łr uns somit nicht, mit MTB und Rennmaschinen im Gepa╠łck sind wir geru╠łstet fu╠łrs Gela╠łnde und die Stra├če.

Auch wenn Deutschland und Schweden keine gemeinsame Grenze haben, liegt das skandinavische Land quasi in der Nachbarschaft. Nur etwas u╠łber 70 Kilometer Luftlinie trennen Kap Arkona auf Ru╠łgen vom schwedischen Trelleborg an der Su╠łdku╠łste Schwedens. Es gibt zahlreiche Fa╠łhrverbindungen nach Schweden, wir entscheiden uns aber fu╠łr den Landweg u╠łber Da╠łnemark. Das spart nicht nur Zeit, sondern fu╠łhrt auch u╠łber die spektakula╠łren Bru╠łcken u╠łber den Gro├čen Belt und den O╠łresund.

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Von Kiel aus startend, erreichen wir nach nur einer Stunde die da╠łnische Grenze. Knapp 100 Kilometer weiter, hinter Kolding, verlassen wir Ju╠łtland, das da╠łnische Festland, und biegen rechts ab auf die Inseln. Die erste Bru╠łcke fu╠łhrt u╠łber den kleinen Belt auf die Insel Fu╠łnen. Nach 80 Kilometern folgt die Bru╠łcke u╠łber den gro├čen Belt. Hier ist die erste Maut zu bezahlen, doch der saftige Preis lohnt sich.

Wir erreichen die Insel Seeland, auf der auch Da╠łnemarks Hauptstadt Kopenhagen liegt. Nach weiteren 100 Kilometern, kurz hinter Kopenhagen, kommen wir zur O╠łresundbru╠łcke, die ebenfalls mautpflichtig ist. Auf der anderen Seite ko╠łnnen wir bereits Malmo╠ł, Schweden erkennen. Gerade einmal 430 Kilometer zeigt der Za╠łhler von Kiel bis hierher an, fu╠łr einen Urlaubstrip eine sehr akzeptable Entfernung.

Der Kullaberg

Unser erstes Ziel ist der Kullaberg, gelegen auf der Kullen-Halbinsel, rund 100 Kilometer no╠łrdlich von Malmo╠ł. Umspu╠łlt von den rauschenden Wellen des Kattegats, soll es hier ein hervorragendes Mountainbike-Revier geben.

Jacob, Local und Hotelier, hat uns eingeladen, eine Runde u╠łber seine Lieblingsstrecken zu fahren. Wir treffen ihn in Mo╠łlle am Grand Ho╠étel, einem monda╠łnen Bau mit gro├čartigem Blick auf den traditionsreichen Badeort.

Im Sommer ist die Gegend um den Kullaberg stark frequentiert. Das Naturschutzgebiet ist landschaftlich sehr reizvoll und bei Schweden und Touristen a╠łu├čerst beliebt. Heute aber, an einem der letzten Tage im November, sind keine Wanderer und Spazierga╠łnger zu sehen, der Wald erscheint menschenleer.

Der Trail ist unter einer dicken Laubschicht kaum auszumachen, zum Glu╠łck kennt Jacob jeden Zentimeter des Weges, wir mu╠łssen ihm nur folgen. Es geht hinauf auf den Kullaberg, er ist 188 Meter hoch und bietet oben angekommen einen tollen 360-Grad-Rundumblick. Im frischen Wind stehend, verweilen wir nicht lange, sondern cruisen locker ins Tal. Kurvenreich, u╠łber scho╠łn angelegte Steilkurven, geht es bergab. Besondere Anspru╠łche ans Fahrko╠łnnen werden nicht gestellt, der Spa├č steht im Vordergrund.

Die Kullen-Halbinsel ist vom Kattegat umgeben, das Meer wirkt wie ein riesiger Wa╠łrmespeicher, die Wassertemperatur fa╠łllt selten unter 5 Grad Celsius. Die Winter sind dementsprechend mild, Schnee fa╠łllt selten, und wenn doch, bleibt er nur kurz liegen. So ist Su╠łdschweden ein Reiseziel fu╠łrs ganze Jahr, mit schwierigen Stra├čenverha╠łltnissen ist kaum zu rechnen, die Temperaturen lassen das ganze Jahr u╠łber Outdooraktivita╠łten wie Radfahren zu. Hat man die richtige Kleidung dabei und ein Faible fu╠łr Zimtschnecken und Glo╠łgg, kann man hier auch in Herbst und Winter phantastische Tage erleben.

Es ist eine bemerkenswerte Runde rund um den Kullaberg, die Landschaft ist extrem abwechslungsreich. Es kommt uns vor, als wu╠łrden wir die ganze Welt durchfahren. Aus kahlen Laubwa╠łldern heraus geht es zu norwegisch anmutenden Klippen, dann ins schottische Hochland, anschlie├čend auf einen staubigen Mittelmeertrail, bis wir schlie├člich am Ende der Tour am Leuchtturm, Kullens Fyr, landen. Stolz thront er auf den Klippen, der Blick von hier oben aus aufs Meer ist gro├čartig.

Wir fahren zuru╠łck zum Hotel und verabschieden uns von Jacob. Wir wollen noch ein Stu╠łck weiter nach Varberg. Dort gibt es einen scho╠łnen Campingplatz am Meer, Apelviken. Genau der richtige Platz, um unseren HYMER B-MC T 580 abzustellen. Die Fahrt dorthin fu╠łhrt entspannt am Kattegat entlang. Ausgestattet mit einer exzellenten Automatik und durchzugsstarkem Motor, zieht unser HYMER entspannt seine Bahn, wir thronen in komfortablen Sitzen und lassen die Landschaft genussvoll vorbeirauschen. Die Stra├čen sind leer und eben, zwar ru╠łttelt ein frischer Westwind an unserem Wohnmobil, doch dank Seitenwind-Assistent bleiben wir stets sicher in der Spur. Unter diesen Voraussetzungen sollte selbst plo╠łtzlich einsetzendes Schlechtwetter keine Herausforderung darstellen.

Insel Tj├Ârn

In Apelviken, Varberg, angekommen, ist der Stellplatz schnell gefunden, das Wohnmobil geparkt. Fu╠łr passionierte Biker ist die Freiheit, die der HYMER bietet, eine Offenbarung. Kinderleichtes und sicheres Verstauen der Bikes, dazu die Mo╠łglichkeit den Aktionsradius extrem zu vergro╠ł├čern, weil ein Ortswechsel schnell und unkompliziert erfolgt. Besonders trifft das auf Schweden zu, denn hier gilt das sogenannte ÔÇ×JedermannsrechtÔÇť. Es besagt, dass jedermann das Recht hat, sich frei zu bewegen. Das schlie├čt auch das Campen in der freien Natur ein, offiziell erlaubt ist es, 24 Stunden (am Wochenende bis zum na╠łchsten Werktag) an einem Ort zu bleiben, ganz egal, ob mit dem Zelt, Wohnwagen oder Wohnmobil. Diese Freiheit wird in Schweden kultiviert und bietet beste Voraussetzungen, das Land sehr intensiv zu erfahren.

Wir sind mit unserem HYMER B-MC T 580 komplett unabha╠łngig. Ein riesiger 180- Liter-Tank, ein gera╠łumiges Bad, gro├čer Ku╠łhlschrank, dreiflammiger Gasherd, eine leistungsstarke Truma-Heizung mit Warmluftanlage ÔÇô es soll Studentenbuden geben, die schlechter ausgestattet sind. Richtig komfortabel machen es ein 32-Zoll-Flachbildschirm, ein lichtspendendes Panorama-Dach sowie zahlreiche eben im Boden eingelassene Kellerfa╠łcher, die sogar beheizt sind. Hatte ich schon den Vergleich mit der Studentenbude gebracht? Egal, lassen wir das!

Wir go╠łnnen uns trotzdem den Luxus gepflegter Sanita╠łranlagen sowie eines umfangreichen schwedischen Fru╠łhstu╠łcks auf dem Campingplatz Apelviken. So sitzen wir entspannt in unserem angenehm warmen Heim und lassen den Tag bei einem leckeren Glo╠łgg ausklingen.

Die zweite Station auf unserer Reise ist die Insel Tjo╠łrn in Bohusla╠łn. Sie liegt rund 50 Kilometer no╠łrdlich von Go╠łteborg, und so lassen wir die Gro├čstadt links liegen und begeben uns direkt in eine fantastische Inselwelt. Die schwedischen Scha╠łrenga╠łrten sind weltweit beru╠łhmt, und das nicht ohne Grund. Man wa╠łhnt sich in einer archaischen Welt, in der Wikinger keine unwesentliche Rolle spielten.

Wir fahren u╠łber die majesta╠łtische Tjo╠łrnbron (Tjo╠łrn-Bru╠łcke) auf die sechstgro╠ł├čte schwedische Insel. Sie za╠łhlt 15.000 Einwohner, im Sommer verdoppelt sich diese Zahl dank der Touristen. Von der Bru╠łcke gibt es den ersten famosen Ausblick: Unza╠łhlige kleine und gro├če Scha╠łren sind zu sehen, kleine Buchten, rote Ha╠łuser, Fischerboote ÔÇô eine hu╠łbsche Postkartenidylle.

Wahnsinn, zuerst sah es aus wie bei uns, dann wie in den W├Ąldern Kanadas, jetzt wie in Schottland. Das ist ziemlich beeindruckend!
Mark Liedtke
Testleiter pedali├ęro

Es geht nach Ska╠łrhamn, dem gro╠ł├čten Ort auf Tjo╠łrn. Dort laden wir unsere Rennra╠łder aus. Vom sehenswerten Hafen aus fahren wir Richtung Su╠łden. Es herrscht wenig Verkehr auf den Stra├čen, zudem ist ein Seitenstreifen fu╠łr Radfahrer abgetrennt. Das ermo╠łglicht uns, sehr gelassen die Insel zu erradeln. Zwischen gro├čen, grauen Felsboliden schla╠łngelt sich die Stra├če dahin, immer am Wasser entlang, immer mit Blick aufs Meer. Ein Breitbandkino, wie es scho╠łner kaum sein kann. Die Temperaturen liegen bei akzeptablen 7 Grad, mit Thermohose und Handschuhen stellt das kein Problem dar.

Wir erreichen den kleinen Ort Bleket, biegen hier rechts ab nach Kla╠łdesholmen, das bekannt ist fu╠łr seine Heringsproduktion. Hier feiert man Anfang Juni den ÔÇ×Sillens DagÔÇť, den Tag des Herings, ein beliebtes Volksfest mit viel Musik und bunten Sta╠łnden. Heute herrscht hier Alltag, was nicht minder reizvoll ist. Die Sonne versteckt sich hinter den Wolken, und so zeigt die Landschaft Grauto╠łne in sa╠łmtlichen Schattierungen. Stra├čen und Ha╠łuser sehen aus wie einer gefu╠łhlsduseligen Schmonzette entnommen, als fu╠łhre man durch eine Filmkulisse.

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Die Stra├če endet am Ga╠łstehafen, der im Sommer von Touristen stark frequentiert wird. Wir drehen um und fahren weiter Richtung Osten. Von Bleket bis zur Tjo╠łrnbron sind es dann lockere 20 Kilometer. Die Aussicht ist prachtvoll, doch wir wollen weiter nach Kyrkesund. Nach weiteren 20 Kilometern empfa╠łngt uns auch hier ein sehenswert malerischer Ort. 14 Kilometer weiter sind wir dann schlie├člich wieder an unserem Ausgangspunkt, Ska╠łrhamn, angelangt.

Das Einpacken der Ra╠łder geschieht im Nu, die Heckgarage ist bequem von beiden Seiten zu o╠łffnen, einfacher kann das Beladen nicht sein. Zudem sind die Ra╠łder hier vor neugierigen Blicken geschu╠łtzt, ein enormer Vorteil, gerade, wenn man in Gro├čsta╠łdten unterwegs ist. Hier auf dem Land spielt das keine Rolle, die Freundlichkeit der Menschen ist sprichwo╠łrtlich, das ganze Leben extrem relaxt.

Fu╠łr uns ist Schweden vielleicht die Entdeckung des Jahres, extrem unkompliziert und entspannt kann man den Herbst und die Saison im Ko╠łnigreich ausklingen lassen. Das Wohnmobil hat uns ganz neue Mo╠łglichkeiten offeriert, unseren Entdeckergeist zu pushen, unabha╠łngiger kann man einfach nicht reisen. Eine tolle Zeit geht mit gro├čer Vorfreude zu Ende ÔÇô Vorfreude auf unsere na╠łchste spontane Fahrt nach Su╠łdschweden, um vielleicht noch einmal die letzten Tage im November zu genie├čen!

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